Pressemitteilung

Michael Haliassos, Raghuram Rajan, Jürgen Fitschen

Finanzökonom Raghuram G. Rajan erhält Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2013

  • Center for Financial Studies richtet hochkarätiges wissenschaftliches Symposium „Banking, Liquidity, and Monetary Policy” zu Ehren des Preisträgers aus
  • Renommierte Podiumsgäste sind Vítor Constâncio (Vizepräsident Europäische Zentralbank), Otmar Issing (Präsident Center for Financial Studies) und Jeremy Stein (Gouverneur Federal Reserve System)

Frankfurt, 26. September 2013 – Das Center for Financial Studies (CFS) ehrt heute Raghuram G. Rajan, Preisträger des Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2013, mit dem Symposium „Banking, Liquidity, and Monetary Policy” in Frankfurt. EZB Vizepräsident Vítor Constâncio, CFS Präsident Otmar Issing und FED Gouverneur Jeremy Stein werden seine höchst einflussreichen Leistungen in vielfältigen Bereichen der Finanzökonomie und deren Bedeutung für die Politik auf dem Podium diskutieren.

Eine Jury aus international renommierten Finanzexperten hat Raghuram G. Rajan im Februar 2013 zum Preisträger ernannt. Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank AG, wird den Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2013 im Rahmen einer Preisverleihung vor dem Symposium an den Preisträger überreichen. Douglas Diamond, Professor für Finance an der University of Chicago Booth School of Business, wird die Laudatio halten.

Jury-Vorsitzender und CFS Direktor Michael Haliassos sagte: „Wir sind sehr stolz, einige der renommiertesten internationalen Forscher für das Symposium zu Ehren von Raghuram Rajan gewonnen zu haben. Die hohe Bereitschaft zur Teilnahme am Symposium und die Ernennung Rajan´s zum Gouverneur der indischen Zentralbank belegen die Bedeutung seiner akademischen Leistungen und deren Einfluss auf die Politik“.

Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank AG, betonte: „Einen verdienstvolleren Gewinner für den diesjährigen Preis kann man sich kaum vorstellen. Die Laufbahn von Professor Rajan zeichnet sich durch bahnbrechende empirische Forschung aus. Aber noch viel bedeutender ist, dass er niemals vor der Realität komplexer politischer Themen und vor Sonderinteressen zurückgeschreckt ist“.

Das breite Forschungsgebiet von Raghuram G. Rajan umfasst das Bankwesen, das Gebiet der Unternehmensfinanzierung sowie die Rolle des Finanzmarkts für die wirtschaftliche Entwicklung. Rajan ist seit dem 4. September 2013 Gouverneur der Reserve Bank of India. Er gehört zu den wenigen Ökonomen, die vor der Finanzkrise gewarnt hatten, bevor diese 2008 schließlich ausbrach.

„Ich fühle mich geehrt, diesen Preis von einer akademisch so erstklassig besetzten Jury entgegenzunehmen. Ich danke meinen Hochschul- und Zentralbankkollegen für die Teilnahme an diesem vom Center for Financial Studies organisierten Symposium. Wir befinden uns in einer Zeit mit großen Unsicherheiten auf den globalen Finanzmärkten, und es ist wichtig, wissenschaftliche Theorie und politische Praxis in diesen Zeiten diskutiert zu haben“, sagte Rajan.

Rajans Arbeiten erstrecken sich über eine eindrucksvolle Bandbreite von finanzökonomischen Themen mit höchster Relevanz für die Entwicklung von Volkswirtschaften weltweit. Diese reicht von der zentralen Rolle der Banken bei der Liquiditätsbereitstellung, über die Bedeutung der Finanzwirtschaft für wirtschaftliches Wachstum bis hin zum Charakter von Unternehmen und deren Finanzierung. Rajans eingehende Analyse des sich stetig verändernden Wachstumsverlaufs in der Nachkriegszeit und der unterschiedlichen Gründe für die Krisen in den Vereinigten Staaten und in Südeuropa sind Grundlagenliteratur. Seine Arbeiten helfen, das aktuelle Dilemma der Politik zwischen Sparen und Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks zu verstehen.

Vor seinem Antritt als Gouverneur der indischen Zentralbank war Rajan Chief Economic Advisor des Finanzministeriums der indischen Regierung und Eric J. Gleacher Distinguished Service Professor für Finance an der Booth School of Business der Universität Chicago. Zuvor war er von 2003 bis 2006 Chief Economist und Director of Research des Internationalen Währungsfonds (IMF). Professor Rajan war 2011 Präsident der American Finance Association und ist Mitglied der Group of Thirty sowie der American Academy of Arts and Sciences.

Rajan wurde von einer Jury bestehend aus international renommierten Finanzexperten aus Wissenschaft und Praxis gewählt: Neben dem Vorsitzenden Michael Haliassos sind weitere Mitglieder der international besetzten Jury (in alphabetischer Reihenfolge) die Professoren Ricardo Caballero (Massachusetts Institute of Technology), David Folkerts-Landau (Chefvolkswirt Deutsche Bank AG, Geschäftsführer Market Research und Mitglied des Group Executive Committee), Nicola Fuchs-Schündeln (Goethe-Universität Frankfurt), Otmar Issing (CFS Präsident) und Jan Pieter Krahnen (CFS Direktor). Ebenso gehören Robert C. Merton (Nobelpreisträger, Massachusetts Institute of Technology), Kenneth Rogoff (Träger des Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2011, Harvard University), Raman Uppal (EDHEC Business School) und Uwe Walz (CFS Direktor) der Jury an.


Über den Deutsche Bank Prize in Financial Economics

Der vom Stiftungsfonds Deutsche Bank geförderte Wissenschaftspreis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird vom CFS gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt alle zwei Jahre vergeben. Der Deutsche Bank Prize in Financial Economics ehrt international renommierte Wirtschaftswissenschaftler, deren Arbeit die Forschung zu finanz- und makroökonomischen Fragen entscheidend beeinflusst und zu wesentlichen Beiträgen für Wissenschaft und Praxis geführt hat. Im Jahr 2005 wurde der Preis erstmalig an Eugene F. Fama, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Chicago, für die Erforschung von individueller Rationalität im Finanzmarktverhalten verliehen. Michael Woodford, Professor für Politische Ökonomie an der Columbia University erhielt in 2007 den Preis für seine bahnbrechende Neudefinition der monetären Analyse. Robert J. Shiller, Professor für Economics an der Yale University, sowie Professor für Finanzen an der Yale School of Management, erhielt in 2009 den Preis für seine konstruktive Kritik der Rationalität und der Förderung von verhaltensorientierten Ansätzen. Kenneth Rogoff, Professor für Economics und Professor für Public Policy an der Harvard University in Cambridge, USA, erhielt 2011 den Preis für seine Analyse von Finanzkrisen.

Über das Center for Financial Studies
Das Center for Financial Studies (CFS) mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein an die Goethe-Universität Frankfurt angegliedertes und unabhängig finanziertes Forschungsinstitut. Es betreibt international ausgerichtete Forschung über Finanzmärkte, Finanzintermediäre und Monetäre Ökonomie. Das CFS veranstaltet regelmäßig internationale Konferenzen, Kolloquien, wissenschaftliche Foren und Fachvorträge zu finanzmarktrelevanten Fragen und fördert so den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Präsident des CFS ist Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Otmar Issing. Vorstandsvorsitzender des Trägervereins ist Dr. Rolf-E. Breuer. Die Institutsarbeit wird von den Direktoren Prof. Michael Haliassos, Ph.D., Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Prof. Dr. Uwe Walz geleitet.