Stephen A. Ross

Der Preisträger 2015

Stephen A. Ross, der Franco Modigliani Professor für Finanzwissenschaft und Professor für Finanzen an der MIT Sloan School of Management, verstarb am 3. März 2017.

Bevor Prof. Ross an das MIT kam, war er für 13 Jahre Sterling Professor für Finanz- und Wirtschaftswissenschaften an der Yale Universität und von 1975 bis 1977 Professor an der Pennsylvania Universität (Wharton School). Stephen A. Ross ist Mitglied der Econometric Society und der American Academy of Arts and Sciences sowie Mitherausgeber mehrerer Wirtschafts- und Finanzzeitschriften. 1988 war er Präsident der American Finance Association. Ross ist Autor von über 100 viel zitierten Artikeln im Bereich Wirtschafts- und Finanzwissenschaften und Co-Autor des meistverkauften Lehrbuchs Corporate Finance. Er ist zudem als Berater im Finanzsektor, bei großen Unternehmen und Regierungsbehörden wie dem US-Finanzministerium, dem Handelsministerium, dem Internal Revenue Service und der Export-Import Bank der Vereinigten Staaten, tätig. Stephen A. Ross hat einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften von der Harvard Universität.

Ein herausragender Wissenschaftler mit der Fähigkeit, komplexe Theorien einem breiten Publikum verständlich zu machen

Das breite Forschungsgebiet von Ross umfasst die Ökonomie der Unsicherheit, die Unternehmensfinanzierung, die Entscheidungstheorie und die Finanzökonometrie. Er ist weltweit für seinen herausragenden Beitrag zur modernen Finanzökonomie anerkannt. Die von ihm entwickelten Modelle haben die Praxis entscheidend geprägt und weiterentwickelt. Sie finden breite Anwendung und sind Standard in Wissenschaft und der Finanzindustrie.


Bekanntheit erreichte Stephen A. Ross vor allem durch die Erfindung der Arbitrage Pricing Theory, ein Eckpfeiler der Asset-Pricing-Theorie und durch die Prinzipal-Agenten-Theorie, die nicht nur im Bereich der Unternehmensfinanzierung, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft allgegenwärtig ist. Zudem ist er Miterfinder des heute vorherrschenden Konzepts einer risikoneutralen Bewertung von Finanzprodukten und des Binomialmodels der Optionspreistheorie. Seine Werke sind weiterhin von zentraler Bedeutung für die theoretische Entwicklung von Zinsstrukturmodellen und ihrer empirischen Überprüfung. Er ist Co-Autor des Artikels A Theory of the Term Structure of Interest Rates, welcher in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Econometrica 1985 publizierte wurde und bis heute einer der wichtigsten Beiträge zu diesem Thema ist.


Stephen A. Ross’ Produktivität setzt sich bis in die Gegenwart fort, wo er im Rahmen der sogenannten Recovery Theory eine Brücke von der eher theoretischen risikoneutralen Bewertung zu den tatsächlich beobachtbaren Ertrags- und Risikoerwartungen gebaut hat. Hier bieten sich enorme Anwendungsmöglichkeiten bis hin zu einer verbesserten Finanzberatung für Jedermann. Seine Theorien sind die Basis für die Planung und die die Strategien in der Vermögensverwaltung, z.B. bei Pensionsfonds und Lebensversicherungen.

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