Pressemitteilung

Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2015 geht an Stephen A. Ross

    • Professor Stephen A. Ross erhält den Preis für seine grundlegenden und prägenden Beiträge zur analytischen Entwicklung der Finanzökonomie
    • Der Preis wird zum sechsten Mal vom Center for Financial Studies verliehen und am 24. September 2015 im Rahmen eines akademischen Symposiums überreicht
    • Vorsitzender der Jury Professor Jan Pieter Krahnen: „Stephen A. Ross hat unser heutiges analytisches Verständnis von und unseren praktischen Umgang mit Finanzinnovationen dauerhaft geprägt.“

    Frankfurt am Main, 03. März 2015 – Das Center for Financial Studies (CFS) vergibt den Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2015 an Professor Stephen A. Ross. Vorsitzender der Jury und Direktor des CFS Professor Jan Pieter Krahnen erläutert die Entscheidung der internationalen Jury: „Die Jury hat sich für Professor Ross aufgrund seiner Beiträge zur Erforschung der grundlegenden Bestimmungsfaktoren von Finanzmarktpreisen und ihrer Anwendung in der Finanzpraxis entschieden. Die wichtigsten von ihm entwickelten Modelle prägen das Fach seit mehr als 25 Jahren. Sie betreffen die Theorie der arbitragefreien Wertpapierbewertung, die Analyse von Zinsstrukturen, das Verständnis von Optionspreisen und die grundlegende Struktur des Prinzipal-Agenten-Problems. Stephen A. Ross hat unser heutiges analytisches Verständnis von und unseren praktischen Umgang mit Finanzinnovationen dauerhaft geprägt.“

    Der vom Stiftungsfonds Deutsche Bank geförderte und bereits zum sechsten Mal vergebene Wissenschaftspreis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird vom CFS gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt alle zwei Jahre verliehen. Der Preis wird an Stephen A. Ross im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums am 24. September 2015 in Frankfurt übergeben. Der Deutsche Bank Prize in Financial Economics ehrt international renommierte Wirtschaftswissenschaftler, deren Arbeit die Forschung zu finanz- und makroökonomischen Fragen entscheidend beeinflusst und zu wesentlichen Beiträgen für Wissenschaft und Praxis geführt hat.

    Ein herausragender Wissenschaftler mit der Fähigkeit, komplexe Theorien einem breiten Publikum verständlich zu machen

    Das Forschungsgebiet von Stephen A. Ross ist breit angelegt und umfasst die Ökonomie der Unsicherheit, die Unternehmensfinanzierung, die Entscheidungstheorie und die Finanzökonometrie. Stephen Ross ist weltweit für seinen herausragenden Beitrag zur modernen Finanzökonomie anerkannt. Die von ihm entwickelten Modelle haben die Praxis entscheidend geprägt und weiterentwickelt. Sie finden breite Anwendung und sind Standard in der Wissenschaft und in der Finanzindustrie.

    Stephen A. Ross entwickelte die Arbitragepreistheorie, heute ein Eckpfeiler der Asset Pricing Theorie. Er hat auch die Basis für die Prinzipal-Agenten-Theorie geschaffen, die nicht nur im Bereich der Unternehmensfinanzierung, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften allgegenwärtig ist. Ross ist außerdem Miterfinder des heute vorherrschenden Konzepts einer risikoneutralen Bewertung von Finanzprodukten und des Binomialmodels der Optionspreistheorie. Seine Werke sind weiterhin von zentraler Bedeutung für die theoretische Entwicklung von Zinsstrukturmodellen und ihrer empirischen Überprüfung. Er ist Co-Autor des Artikels A Theory of the Term Structure of Interest Rates, welcher in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Econometrica 1985 publizierte wurde und bis heute einer der wichtigsten Beiträge zu diesem Thema ist.

    Seine Produktivität setzt sich bis in die Gegenwart fort, wo er im Rahmen der sogenannten Recovery Theory eine Brücke von der eher theoretischen risikoneutralen Bewertung zu den tatsächlich beobachtbaren Ertrags- und Risikoerwartungen gebaut hat. Hier bieten sich enorme Anwendungsmöglichkeiten bis hin zu einer verbesserten Finanzberatung für Jedermann. Seine Theorien sind die Basis für die Planung und die Strategien in der Vermögensverwaltung, z.B. bei Pensionsfonds und Lebensversicherungen.

    Stephen A. Ross ist der Franco Modigliani Professor für Finanz- und Wirtschaftswissenschaft an der Sloan School of Management des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er lehrte an weiteren renommierten Universitäten, wie der Yale Universität und der Pennsylvania Universität (Wharton School). Ross hat nicht nur eine herausragende Universitätskarriere vorzuweisen, sondern ist auch als Berater im Finanzsektor, bei großen Unternehmen und Regierungsbehörden tätig. Er besitzt einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften von der Harvard Universität.

    Stephen A. Ross ist ein weltweit anerkannter Wissenschaftler und Autor von zahlreichen Büchern und Publikationen in den Finanz- und Wirtschaftswissenschaften. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und war 1988 Präsident der American Finance Association. Ross ist Mitherausgeber von mehreren Wirtschafts- und Finanzmagazinen und Co-Autor des weit verbreiteten Lehrbuchs Corporate Finance.

    Internationale Jury vergibt renommierten akademischen Preis

    Eine internationale Jury bestehend aus renommierten Finanzexperten aus Wissenschaft und Praxis entscheidet über die Vergabe des Deutsche Bank Prize in Financial Economics. Neben dem Vorsitzenden Jan Pieter Krahnen sind weitere Mitglieder  die Professoren: Guillermo Calvo (Columbia Universität), David Folkerts-Landau (Chefvolkswirt Deutsche Bank), Michael Haliassos (CFS Direktor), Otmar Issing (CFS Präsident), Nobuhiro Kiyotaki (Princeton Universität), Holger Kraft (Goethe-Universität Frankfurt, Direktor der Abteilung Finanzen), Robert Merton (Nobelpreisträger, Massachusetts Institute of Technology), René M. Stulz (Ohio State Universität, Fisher College of Business), Uwe Walz (CFS Direktor) und Mirko Wiederholt (Goethe-Universität Frankfurt, Direktor der Abteilung für Geld und Währung).


    Über den Deutsche Bank Prize in Financial Economics

    Der Preis wurde erstmalig 2005 an Eugene F. Fama, Nobelpreisträger (2013) und Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Chicago, für die Erforschung von individueller Rationalität im Finanzmarktverhalten verliehen. Michael Woodford, Professor für Politische Ökonomie an der Columbia University erhielt 2007 den Preis für seine bahnbrechende Neudefinition der monetären Analyse. Robert J. Shiller, Nobelpreisträger (2013) und Professor für Economics an der Yale University, sowie Professor für Finanzen an der Yale School of Management, erhielt 2009 den Preis für seine konstruktive Kritik der Rationalität und der Förderung von verhaltensorientierten Ansätzen. Kenneth Rogoff, Professor für Economics und Professor für Public Policy an der Harvard University in Cambridge, USA, erhielt 2011 den Preis für seine Analyse von Finanzkrisen. 2013 ging der Preis an Raghuram Rajan, Präsident der indischen Notenbank Reserve Bank of India (RBI) und ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), für seine einflussreichen Leistungen in einem außerordentlich breiten Spektrum der Finanzökonomie mit höchster Relevanz für die Entwicklung von Volkswirtschaften weltweit.

    Über das Center for Financial Studies

    Das Center for Financial Studies (CFS) mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein an die Goethe-Universität Frankfurt angegliedertes und unabhängig finanziertes Forschungsinstitut. Es betreibt international ausgerichtete Forschung über Finanzmärkte, Finanzintermediäre und Monetäre Ökonomie. Das CFS veranstaltet regelmäßig internationale Konferenzen, Kolloquien, wissenschaftliche Foren und Fachvorträge zu finanzmarktrelevanten Fragen und fördert so den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Präsident des CFS ist Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Otmar Issing. Vorstandsvorsitzender des Trägervereins ist Dr. Rolf-E. Breuer. Die Institutsarbeit wird von den Direktoren Prof. Michael Haliassos, Ph.D, Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Prof. Dr. Uwe Walz geleitet.

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