Ehrung für zwei Preisträger des Deutsche Bank Prize in Financial Economics in Stockholm

Eugene F. Fama, Robert J. Shiller und Lars Peter Hansen erhalten den diesjährigen Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Erinnerung an Alfred Nobel.

Die Wissenschaftler werden für ihre wegweisende Analyse der Kurz- und Langzeittrends von Aktienkursen ausgezeichnet. Obwohl die drei amerikanischen Ökonomen unabhängig an verschiedenen Projekten geforscht hatten, werden sie gemeinsam dafür geehrt, dass sie entscheidend zu einem ganzheitlichen Bild der Wertschwankungen von Aktienkursen und ihrer Hintergründe beigetragen haben.

Eugene F. Fama, Preisträger des Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2005, wird in vielerlei Hinsicht als Gründervater der empirischen Kapitalmarktforschung bezeichnet. Das Center for Research in Security Prices (CRSP), bei dessen Gründung er in den siebziger Jahren eine prägende Rolle spielte, gilt auch heute noch als zentrale Bezugsgröße für akademische Arbeiten, die sich mit Preisdynamik und Informationseffekten auf dem Aktienmarkt beschäftigen. Zudem hat Fama in langjähriger Forschung die Grundlage des in Wissenschaft und Praxis führenden Bewertungsmodells für Aktienpreisveränderungen gelegt. Nirgendwo sonst wurden vergleichbare Datengrundlagen geschaffen und folglich sind die Bewertungs- und Entscheidungsprozesse, die auf Fama´s Initiative zurückführen sind, in der Unternehmenswelt allgemein bekannt. In 25 Jahren Forschungstätigkeit hat Fama das marktbeherrschende Asset-Pricing-Modell, welches auf eine geringe Anzahl von Bewertungsfaktoren zurückgreift, entwickelt und verfeinert. Seit jeher ist er bekannt für seinen bahnbrechenden Beitrag zur Analyse der Markteffizienz, dabei handelt es sich um die Geschwindigkeit mit der Informationen in Aktienkurse einfließen. Aus diesen Gründen gehört Fama heute zu den meistzitierten Ökonomen der Welt und ist in seiner Hingabe an die Forschung ein Vorbild für auf Nachwuchs und Kollegen gleichermaßen.

Robert J. Shiller, Preisträger des Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2009, hat sich mit seinen Analysen der Finanz- und Immobilienmärkte ausgezeichnet. Schon frühzeitig  erkannte er  irrationale Einflüsse auf die Marktpreisbildung. In seinem im Jahr 2000 veröffentlichten Buch "Irrationaler Überschwang" sagte er den Absturz des Aktienmarktes in den folgenden Jahren vorher. Auch hatte er frühzeitig vor dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes im Jahr 2007 gewarnt. Darüber hinaus ist er aber auch als scharfsinniger Denker bekannt, der sich damit beschäftigt wie die Finanzwirtschaft den Menschen beim Umgang mit Risiken helfen kann anstatt von ihr zerstört zu werden. Shiller ist besonders würdig den Preis in einer so kritischen Zeit zu erhalten in es gilt eine nachhaltige Finanzarchitektur zu schaffen. Er befürwortet seit langer Zeit die „Demokratisierung des Finanzwesen“ durch die Verbesserung finanzieller Allgemeinbildung und durch Schaffung neuartiger Finanzprodukte, die eine verbesserte Portfoliogestaltung für Haushalte ermöglichen.

Der Deutsche Bank Prize in Financial Economics

Der vom Stiftungsfonds Deutsche Bank geförderte Wissenschaftspreis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird vom Center for Financial Studies gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt alle zwei Jahre vergeben. Der Deutsche Bank Prize in Financial Economics ehrt international renommierte Wirtschaftswissenschaftler, deren Arbeit die Forschung zu finanz- und makroökonomischen Fragen entscheidend beeinflusst und zu wesentlichen Beiträgen für Wissenschaft und Praxis geführt hat. 2013 wurde der indische Ökonom Raghuram G. Rajan mit dem Deutsche Bank Prize in Financial Economics ausgezeichnet.