CFS-Index leicht rückläufig

14. Februar 2019

Finanzbranche meldet abgeschwächtes Wachstum der Erträge bei relativ konstantem Umsatzwachstum / Dienstleister verzeichnen rückläufiges Wachstum der Investitionen und stellen weniger Mitarbeiter ein / Finanzinstitute halten Anzahl der Mitarbeiter konstant trotz erwartetem Stellenabbau

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im vierten Quartal 2018 um 1,2 Punkte auf 112,8 Punkte. Der leichte Rückgang ist auf ein schwächeres Wachstum der Erträge bei relativ konstantem Umsatzwachstum in der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Des Weiteren melden die Dienstleister bei ihrem Investitionsvolumen einen deutlichen Rückgang des Wachstums, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde, und es werden weniger Mitarbeiter eingestellt. Bei den Finanzinstituten steigt das Investitionsvolumen leicht an, und sie halten die Anzahl der Mitarbeiter entgegen ihren Erwartungen unverändert konstant. Für das laufende Quartal wird jedoch weiterhin mit einem Stellenabbau gerechnet.

„Sind Dienstleister anpassungsfähiger als Banken? Der Jahresvergleich legt diese Folgerung nahe: Während bei Dienstleistern die Sachinvestitionen steigen und zugleich die Mitarbeiterzahl nach unten tendiert, dreht sich der Zusammenhang bei Banken um: Die Investitionsausgaben tendieren nach unten, während der Personalstand gehalten wird. Angesichts der sinkenden Ertragsaussichten wirft dies die drängende Frage bei den Banken auf, wie sie die notwendige Kapazitätsanpassung gestalten werden“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird positiv beurteilt

Ungeachtet der Unsicherheiten über das Brexit-Austrittsabkommen beurteilt die Finanzbranche die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland weiterhin sehr positiv. Im vierten Quartal 2018 steigt der entsprechende Wert leicht um 1,0 Punkte auf 127 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Überzeugung, dass der Finanzplatz Frankfurt an internationaler Bedeutung zunehmen wird, herrscht in der Finanzbranche schon geraume Zeit vor und ist wohl begründet. Der jüngste, leichte Anstieg des Index dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU mit jedem Tag näher rückt und zunehmend greifbar wird.“

Umsatzwachstum der Finanzbranche kaum verändert / Ertragswachstum rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im vierten Quartal 2018 kaum verändert. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird wieder ein leichter Anstieg erwartet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 120,9 Punkten 2,8 Punkte niedriger als im Vorquartal. Es wird erwartet, den aktuellen Stand zu halten.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich rückläufig. Dabei sinkt der Sub-Index der Finanzinstitute um 3,1 Punkte auf 108,5 Punkte, befindet sich aber immer noch auf einem soliden Stand. Die Dienstleister verzeichnen, wie zuvor erwartet wurde, einen deutlicheren Rückgang um 4,8 Punkte auf 111,5 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Anstieg.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Stärkerer Rückgang als erwartet bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal leicht um 1,3 Punkte gestiegen und verweilt mit 112,1 Punkten auf einem mittleren Niveau. Für das erste Quartal 2019 wird keine wesentliche Änderung erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde. Der Sub-Index sinkt entsprechend um 6,7 Punkte auf 112,2 Punkte. Es wird erwartet, diesen Rückgang im laufenden Quartal wieder zu korrigieren.

Trotz erwartetem Stellenabbau halten Finanzinstitute die Anzahl der Mitarbeiter weiterhin konstant / Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein

Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 0,4 Punkte und signalisiert wie schon im Vorquartal mit 100,5 Punkten eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum weiter verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -6,4 Punkten auf 111,5 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister damit, dieses Niveau des Mitarbeiterwachstums halten zu können. Hingegen erwarten die Finanzinstitute weiterhin einen Stellenabbau.

Wir danken Frankfurt Main Finance e.V. für die finanzielle Förderung des Projekts.

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Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Sebastian Frontczak
Center for Financial Studies
House of Finance
Goethe-Universität Frankfurt
E-Mail: frontczak(at)ifk-cfs.de