CFS-Umfrage: Deutsche Finanzbranche beurteilt mögliche Auswirkungen der Präsidentschaft Donald Trumps neutral bis skeptisch – Kaum positive Effekte zu erwarten

05. Mai 2017

Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies erwartet die deutsche Finanzindustrie vornehmlich, dass sich Trumps Präsidentschaft negativ oder bestenfalls neutral auswirken wird. Das gilt sowohl für die Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum als auch auf die europäische und deutsche Wirtschaft gleichermaßen. Über 40% der befragten Finanzinstitute und Dienstleistungsunternehmen rechnen dabei klar mit negativen Folgen, knapp 50% erwarten neutrale Auswirkungen. Lediglich 5% rechnen mit positiven Effekten.

"Bislang ist noch keine klare Strategie der künftigen amerikanischen Wirtschaftspolitik zu erkennen. Aber die bisherigen Äußerungen Trumps, die zwischen Protektionismus und Deregulierung schwanken, sorgen überwiegend für Irritationen und Skepsis bei den Marktteilnehmern. Allein diese Unsicherheit ist schädlich für das globale Wirtschaftswachstum", kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Tatsächliche Umsetzung einer signifikanten Deregulierung der US-Finanzmärkte fraglich – Mit Wettbewerbsnachteilen für die europäischen Banken wäre zu rechnen

Seit Ende Januar regiert Donald Trump als 45. US-Präsident. Die ersten hundert Tage im Oval Office werden stets als eine besonders wichtige Zeitspanne angesehen, die auch Trump bereits nutzte, eine ganze Reihe von Wahlversprechen umzusetzen. Bei der Frage, ob unter Trumps Präsidentschaft tatsächlich mit einer signifikanten Deregulierung der Finanzmärkte in den USA gerechnet werden kann, sind die Meinungen der deutschen Finanzbranche zweigeteilt. Die Hälfte der Befragten (50%) erwartet, dass unter Trump entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden, 45% hingegen rechnen nicht damit, dass es zu einer wesentlichen Deregulierung der US-Finanzmärkte kommen wird.

Für den Fall, dass es jedoch zu einer Lockerung der Regulierung der US-Banken kommen sollte, werden Nachteile für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken erwartet. Darin ist sich die Finanzbranche mehrheitlich einig (68%).

"Die Unklarheit darüber, was die Regierung unter den gegebenen politischen Verhältnissen durchsetzen kann, ist noch sehr hoch“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V. die Umfrageergebnisse. „Die Mehrheit rechnet mit dem Schlimmsten und erhofft das Beste, damit agiert sie äußerst solide."

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Wir danken Frankfurt Main Finance e.V. für die finanzielle Förderung des Projekts.

 

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