„The beginning of the end? Central banks and their exit policies going into 2018“

16. November 2017

 

Am 4. Oktober 2017 veranstaltete das Center for Financial Studies eine Panel Discussion zum Thema „The beginning of the end? Central banks and their exit policies going into 2018“. Als führende Kapitalmarktexperten war die Meinung von Dr. Bettina Müller (Deutsche Asset Management), Prof. Michael Heise (Allianz SE), Prof. Thomas Mayer (Flossbach von Storch Research Institute) sowie Peter Schaffrik (Royal Bank of Canada) unter der Moderation von Mark Schrörs (Börsen-Zeitung) gefragt.

„Es wird extreme Übertreibungen geben, wenn die Politik nicht den Kurs ändert, und zwar möglichst bald“, warnt Heise. Momentan werde eine Krisenpolitik betrieben, obwohl es keine Krise gebe, so der Allianz Chefvolkswirt. Die Wirtschaft befände sich in einer „zyklischen Beschleunigung“, verstärkt durch die prozyklische Politik der Zentralbanken. Eines Tages könnten Engpässe kommen und die Märkte überraschen, weshalb die Zentralbanken frühzeitig agieren sollten, warnt Heise. Auch Müller plädiert für einen langsamen Ausstieg: „Jetzt ist die Chance da, für die EZB mit dem Ausstieg anzufangen“. Der Zeitpunkt wäre ideal, da die Märkte stabil seien, ein hohes Wachstum vorherrsche und es keine Anzeichen für eine Rezession gebe, so Müller. Mayer bezeichnete allerdings den momentanen wirtschaftlichen Aufschwung als „nicht solide“, weshalb ein viel höheres Wachstum notwendig wäre. Die Zentralbanken befänden sich in „einem Dilemma“, da das hohe Verschuldungsniveau der Länder nur durch das Niedrigzinsumfeld tragbar sei, kritisierte Mayer.

Schaffrik sieht einem Ausstieg allerdings gelassen entgegen, und sieht in der Eurozone „sehr viel weniger Bedarf, auf die Bremse zu treten“. Die Lage im gesamten Bankensystem sei stabil und weniger krisenanfällig: „Es gibt nur einige Länder, bei denen man extrem vorsichtig sein muss, bei anderen reicht es, behutsam umzugehen.“ Als Vorbild nannte Schaffrik die Fed, welche die Märkte behutsam vorbereite. Aus Marktsicht befürwortet Müller eine verstärkte „Forward Guidance“ und gezielte Ankündigung der nachfolgenden Schritte. Auch Heise würde ein „vorsichtiges Ankündigen“ seitens der EZB begrüßen. Als Grund für niedrige Zinsen sieht Heise jedoch nicht nur die Politik, sondern auch die Erwartungen der Marktteilnehmer: „Die Ansicht muss sich verändern“.

 

Eugenia Baal (CFS)

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