CFS Workshop zu Finanzkrisen

28. Januar 2015

Am 26. Januar organisierte das Center for Financial Studies (CFS) unter Federführung des Deutsche Bank Prize in Financial Economics einen Workshop zu Finanzkrisen. Guillermo Calvo, Professor für Volkswirtschaftslehre, internationale und öffentliche Angelegenheiten an der Columbia University, und Nobuhiro Kiyotaki, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Princeton University, stellten ihre aktuellsten Forschungsergebnisse vor. Mirko Wiederholt, Professor für Makroökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt, eröffnete und moderierte den Workshop.

Kiyotaki stellte sein aktuelles Paper „Banking, Liquidity and Bank Runs in an Infinite Horizon Economy” (gemeinsam mit Mark Gertler) vor. Er präsentierte ein makroökonomisches Modell für Bankenkrisen, das auch Bank Runs berücksichtigt. Die Wahrscheinlichkeit eines Bank Runs hängt dabei von der Leverage Ratio der Bank sowie dem Liquidationspreis der Vermögenswerte der Bank ab. Kiyotaki zeigte, wie sich unterschiedliche Variablen, wie zum Beispiel Output, in dem Modell verändern, wenn man verschiedene Szenarien einer Rezession simuliert: ohne Bank Run, mit einem unerwarteten Bank Run und mit einem erwarteten Bank Run. Das Modell zeige, so Kiyotaki, dass höhere Eigenkapitalanforderungen Banken dazu bewegen könnten weniger Risiken einzugehen, was die Wahrscheinlichkeit für einen Bank Run verringern würde. Allerdings würde dies gleichzeitig die Kosten für finanzielle Vermittlungsleistungen erhöhen, wenn die Beschaffung neuen Kapitals Kosten verursacht.

Danach hielt Guillermo Calvo eine Präsentation über “Liquidity: Puzzles and Challenges”. Er erläuterte seine Preistheorie des Geldes, wonach Papiergeld keinen Eigenwert besitzt, sondern sich sein Wert aus der Menge der Güter und Dienstleistungen errechnet, die mit diesem Geld gekauft werden können. Da Preise kurzfristig fix sind (reale Verankerung des Geldes), sei der Wert des Geldes für eine gewisse Zeit stabil. Dadurch erhalte das Papiergeld ein Liquiditätspremium und das Risiko eines Liquiditätszusammenbruchs werde reduziert. Beispielsweise wäre es während der Subprime-Krise nicht im gleichen Umfang zu einem Einbruch hypothekarisch gesicherter Wertpapiere gekommen, wenn die Löhne und Preise nicht in Dollar, sondern in hypothekarisch gesicherten Wertpapieren notiert gewesen wären. Laut Calvo könnten verschiedene Faktoren dazu beitragen, dass die reale Verankerung des Geldes geschwächt wird, wie zum Beispiel flexible Wechselkurse, eine Substitution der Währung oder hohe Inflation. Diese Faktoren machten eine Wirtschaft anfälliger für globale Finanzschocks.

Im zweiten Teil seiner Präsentation zeigte Calvo die Ergebnisse einer Untersuchung von Rezessionen in verschiedenen Industrie- und Schwellenländern. Die Analyse diene vor allem dazu herauszufinden, wie Arbeitsmärkte sich nach einer Krisensituation erholt haben. Ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung sei, dass Inflation dazu beitragen könne, die Arbeitslosigkeit auf das Niveau vor der Krise zurückzubringen, allerdings führe dies in der Regel auch zu einem Sinken der Reallöhne.