Monographien

Frankfurt 1971

 

 

Aus dem Vorwort:

Der Verfasser der vorliegenden Arbeit hat nicht nur einen bedeutsamen Beitrag zur Theorie von Sparen und Investieren und damit zu einem Thema geliefert, das nach zahllosen einschlägigen theoretischen Arbeiten beinahe erschöpft schien, sondern seine Darlegungen auch so knapp, klar und zielstrebig formuliert, daß sie hier einem größeren Leserkreis angeboten werden können. Die wesentlichen Absichten des Autors und das Ziel seiner Untersuchung können in die beiden folgenden Fragen gekleidet werden: 1. Welcher der beiden im Mittelpunkt zahlreicher Kontroversen stehenden Zinstheorien gebührt der Vorzug, der loanable funds theory oder der Liquiditätstheorie? 2. Welche Bedeutung verdienen die Faktoren Sparen und Investieren bei der Erklärung der Zinsbildung und bei der empirischen Kapitalmarktanalyse? Eine Untersuchung der Begriffe und Beziehungen, auf die in den beiden genannten Theorien die Zinserklärung gestützt wird, führt zu dem Ergebnis, daß die Analyse der Zinsbildung nur mit Hilfe der Liquiditätspräferenztheorie in befriedigender Weise ermöglicht wird. Die loanable funds theory dagegen erweist sich in der Formulierung OHLINS als inkonsistent, in der Fassung von Robertson als ein nur unter sehr restriktiven Bedingungen gültiger Spezialfall der Liquiditätspräferenztheorie. Die von verschiedenen Autoren angestellten Bemühungen, eine Übereinstimmung zwischen Liquiditätspräferenztheorie und loanable funds theory oder sogar eine Überlegenheit der loanable funds theory nachzuweisen, müssen danach als vergeblich angesehen werden. Die sich aus dieser Analyse ergebenen Konsequenzen lauten demnach: Höhe und Entwicklung des Zinses kann nicht über das Volumen von Sparen und Investieren erklärt werden. Die Höhe des Zinses, d.h. auch des Kapitalmarktzinses, läßt sich nur mit Hilfe der in der Liquiditätspräferenztheorie berücksichtigten Bestimmungsfaktoren -Angebot und Nachfrage nach Geld- erklären. Jede Analyse des Kapitalmarkts, insbesondere der Entwicklung des Marktzinses, muß sich daher auf die Analyse von Geldangebot und Geldnachfrage stützen. 

 

Veröffentlicht im Fritz Knapp Verlag, Frankfurt am Main. Dieser Band ist vergriffen, kann aber gerne in der Bibliothek des Center for Financial Studies eingesehen werden.