Monographien

Frankfurt 1978

 

 

Aus dem Vorwort:

Diese Untersuchung befaßt sich mit der Selbstalimentierung des deutschen Kapitalmarkts. Sie stellt das Ergebnis empirischer Kapitalmarktforschung dar mit den Ziel, den Markt transparenter zu machen. Dazu bietet sie eine Vorausschau der Entwicklung in naher Zukunft an. Nun sind Zahlenwerte, die eine zukünftige Entwicklung aufzeichnen, wie alles, was den Charakter von Prognosen hat, mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor behaftet, der je nach den der Vorausschau zugrundeliegenden Daten unterschiedlich hoch ausfallen kann. Damit ist bereits angedeutet, daß wir unser Untersuchungsmaterial hinsichtlich seiner Qualität für Prognosezwecke zu prüfen haben werden. Das kann allerdings nicht der erste Schritt unserer Untersuchung sein. Wir werden vorab erst einmal zu erläutern haben, was wir unter der Selbstalimentierung des Kapitalmarkts verstehen. Nachdem wir dargelegt haben, welche Bedeutung Erkenntnisse über die Entwicklung von Selbstalimentierungsgrößen für die Beteiligten am Markt haben können, werden wir überlegen, wie wir die Selbstalimentierung empirisch fassen können. Es erfolgt die Beschreibung des hier verarbeiteten Untersuchungsmaterials, wobei auch auf Probleme eingegangen wird, die bei der Aufbereitung dieses Materials, das in unserem Falle aus Wertpapieren besteht, anfallen. Wir beabsichtigen, das Untersuchungsmaterial aufzuteilen, also Wertpapiergruppen zu bilden, wobei die Qualität für Prognosezwecke als Kriterium für die Aufteilung dienen soll. Wir leiten diese Qualität aus den Tilgungsbedingungen für die Wertpapiere ab. Für unsere Vorhersage gilt die Annahme, daß sie cet. par. um so besser ausfällt, je eindeutiger die Tilgungsmodalitäten der von uns erfaßten Wertpapiere sind. Genaue Kenntnis der Struktur des deutschen Kapitalmarkts hinsichtlich der auf ihm üblichen Tilgungsverfahren sind demnach erforderlich. Mit Hilfe der zuvor gebildeten Wertpapiergruppen werden wir dann weiter versuchen, einen Rahmen abzustecken. Wir gehen davon aus, daß von uns prognostizierte Selbstalimentierungsgrößen ihren Platz in dem von diesem Rahmen abgesteckten Bereich haben werden. Um eine Art "Mittelwert" - Schätzung vornehmen zu können, erfolgt ebenso ein Rückgriff auf die besagten Wertpapiergruppen. Mit Hilfe dieser Schätzung wollen wir die Frage zu beantworten versuchen, welche Werte innerhalb des zuvor erwähnten Rahmens unserer Meinung nach am ehesten realisiert werden könnten. Wir werden nicht nur Ergebnisse zu den besagten Wertpapiergruppen präsentieren, daneben werfen wir auch einen Blick auf die Verhältnisse bei den einzelnen Wertpapierarten (Pfandbriefe, Kommunalobligationen, öffentliche Anleihen etc.). Da bei Abschluß unserer Untersuchungen bereits für einen Teil unseres Prognosezeitraums tatsächlich realisierte Werte vorliegen, wollen wir in einem Schlußkapitel die "Qualität" unserer Vorhersage mit Hilfe dieser Werte einem ersten Test unterziehen. Trotz aller sicherlich berechtigter Vorbehalte, die man gegenüber einer solchen Untersuchung, wie wir sie vorlegen, anmelden kann, würde ein Verzicht auf sie unserer Meinung nach bedeuten, auf ein Stück mehr an Transparenz für die Beteiligten am Kapitalmarkt zu verzichten. Die Forderung, mehr Transparenz zu schaffen, die gerade auch an die Kapitalmarktforschung gerichtet ist, hat letztlich den Ausschlag dafür gegeben, eine solche Arbeit in Angriff zu nehmen und ihre Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugängig zu machen. Für die Untersuchung dürfte besonders positiv ins Gewicht fallen, daß der Verfasser auf die Unterstützung von mit Kapitalmarktproblemen betrauten Fachleuten der Praxis zurückgreifen konnte.

 

Veröffentlicht im Fritz Knapp Verlag, Frankfurt am Main. Dieser Band ist vergriffen, kann aber gerne in der Bibliothek des Center for Financial Studies eingesehen werden.