Monographien

Frankfurt 1988

 

 

Aus dem Vorwort:

Investitionen werden in unserem Lande weitgehend aus den Ersparnissen privater Haushalte finanziert. Diese Ersparnisse sind daher von fundamentaler Bedeutung für den Kapitalmarkt, d.h. für die Aufbringung und Weiterleitung investiver Mittel. Obwohl es die Aufgabe des Kapitalmarktes ist, diese Mittel ihrer investitorischen Verwendung zuzuführen, wird mit der Sparform oder der gewählten Anlage bereits eine Vorentscheidung durch den Sparer getroffen. Dieses Anlageverhalten des Sparers - der privaten Haushalte -ist das Untersuchungsobjekt der hier vorgelegten Studie. Im wesentlichen geht es dabei um die Entwicklung einzelner Sparformen und um die Ursachen ihrer Veränderungen sowie um die Abhängigkeit der das Sparaufkommen und die Anlageentscheidung beeinflussenden Größen. Ihren statistischen Niederschlag haben sie in der Geldvermögensbildung gefunden, die von der Deutschen Bundesbank jeweils veröffentlicht wird. Die Geldvermögensstatistik bildet daher die Hauptquelle für die angestellten Untersuchungen, die mit Hilfe eines ökonometrischen Modells anhand regressionsanalytischer Verfahren unternommen worden sind. Dabei wurde der Zeitraum von 1970 bis 1985 zugrunde gelegt, weil für ihn durchgängig gleichartige Daten verfügbar waren. Aber auch die Zeit davor wird auf deskriptive Weise in die Studie mit einbezogen. Die Untersuchung besteht aus zwei großen Teilen: einem vorbereitenden propädeutischen Teil und einem Hauptteil, der die eigentliche Analyse enthält. Im ersten Teil erörtert der Verfasser die relevanten Begriffe, Definitionen, Abgrenzungen sowie die Datenlage und die Wahl der Untersuchungsmethode. Der Verfasser begründet, warum er sich für die von der Deutschen Bundesbank halbjährlich veröffentlichten Daten der Geldvermögensrechnung entscheidet und diese in einem regressionsanalytischen Verfahren auf ihre Abhängigkeiten hin untersucht. Dabei wird von einem portfoliotheoretisch motivierten Verhalten der privaten Haushalte ausgegangen, d.h. die Anleger haben sich zwischen verschiedenen Anlagemöglichkeiten unter Berücksichtigung von Risiko- und Ertragsgesichtspunkten zu entscheiden, wobei antizipative wie adaptive Verhaltensmuster einbezogen werden. Im Hauptteil wird zunächst die Entwicklung vor dem eigentlichen Untersuchungszeitraum beschrieben, um ein leichteres Verständnis und den Übergang zu den folgenden Jahren von 1970 bis 1985 gewährleisten zu können. Danach folgt die eigentliche Analyse mit Hilfe des zuvor erklärten Regressionsmodells. Dabei werden die statistisch verfügbaren Daten über Anlagemöglichkeiten jeweils im einzelnen auf ihre Abhängigkeiten hin untersucht. Dieser Untersuchung voraus geht jeweils eine historisch-deskriptive Darstellung der Untersuchungsperiode. In dieser wird auf eingehende Weise beschrieben, wie und warum die Sparer zunächst vor allem beträchtliche Sparguthaben aufgebaut haben und erst danach und allmählich vor allem unter dem Eindruck hoher Zinsen zu Beginn der siebziger Jahre in andere Anlagen umdisponierten. Dabei zeigt sich deutlich, daß neben Real- und Nominalzins auch Zinsdifferenzen für das Anlageverhalten von erheblicher Bedeutung sind. Ebenso plausibel erscheint die zunehmend langfristige Bindung zugunsten einer altersorientierten Vorsorge, durch die zunächst das Bausparen und später in zunehmendem Maße das Versicherungssparen begünstigt worden sind.

 

Veröffentlicht im Fritz Knapp Verlag, Frankfurt am Main. Dieser Band ist vergriffen, kann aber gerne in der Bibliothek des Center for Financial Studies eingesehen werden.