Monographien

Frankfurt 1991

 

 

Aus dem Vorwort:

Unter dem asketischen Titel dieser Arbeit "Institutionelle Bedingungen und Anlageverhalten der Lebensversicherungen auf dem Aktien- und Rentenmarkt" verbirgt sich mehr als sich darunter vermuten läßt. Im Grunde möchte der Autor den Lebensversicherungen eine neue Rolle für den Kapitalmarkt zuweisen und dafür die notwendigen rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen offenlegen. Daher mündet die Arbeit in Empfehlungen, die diesem Ziel dienen sollen Mit dieser Aussage wurden freilich Fazit und Ende der Arbeit vorweggenommen. Ihr bei weitem größter Teil bemüht sich jedoch darum, einerseits die Rolle und Entwicklung der Lebensversicherungen für die Aufbringung investierbarer Mittel, andererseits deren Anlage unter den besonderen Bedingungen der Lebensversicherungen zu beschreiben und zu analysieren. Die erste Hälfte der Arbeit ist daher von mehr deskriptivem, die zweite von mehr analytischem Charakter. Im Zentrum steht freilich das Räsonnement darüber, ob oder wie die Lebensversicherungen ihre bedeutsame Rolle für den Kapitalmarkt nicht nur auf dem Rentenmarkt, sondern auch auf dem Aktienmarkt ausüben sollen. Anders gesagt bzw. gefragt: Wie ist es zu erklären, daß die deutschen Lebensversicherungen die ihnen vom Gesetzgeber ursprünglich nur in bescheidenem, später in erweitertem Umfange eingeräumten Möglichkeiten, sich auf dem Aktienmarkt zu engagieren, nicht einmal annähernd ausgenutzt haben, während Aktienengagements im Ausland, vor allem in Großbritannien, von ungleich größerer Bedeutung sind? Und ist es nicht gerade dieser Umstand, der dem deutschen Aktienmarkt eine wesentliche Komponente seiner Entwicklungsmöglichkeiten vorbehalten hat? Was müßte getan werden, um das zu ändern? Götz gibt darauf direkte, unverklausulierte Antworten, die er zuvor eingehend und mit Hilfe der modernen, kapitalmarkttheoretischen Instrumente der Wertpapieranlage begründet. Obwohl es sich hier um eine Dissertation handelt, wurde sie in einer beinahe unakademischen Direktheit und zugleich in publizistischer Absicht geschrieben. Das gilt sowohl für den klaren, schnörkellosen Stil der Darstellung wie für den Inhalt, der sich nicht in Literaturverweisen und theoretischen Auseinandersetzungen verliert, sondern rasch zu Ergebnissen zu gelangen versucht, um eine Botschaft verkünden zu können.

 

Veröffentlicht im Fritz Knapp Verlag, Frankfurt am Main. Dieser Band ist vergriffen, kann aber gerne in der Bibliothek des Center for Financial Studies eingesehen werden.