Die Kodierung von Kapital: Wie das Recht Vermögen und Ungleichheit schafft

06 November 2019
12:30  - 14:00

Katharina Pistor, Edwin B. Parker Professorin für vergleichendes Recht an der Columbia Law School und Direktorin des Centers for Global Legal Transformation - in Kooperation mit dem Institut für Bank- und Finanzgeschichte e.V.

 

"Kapital verdankt seine Fähigkeit, Vermögen zu schaffen, seiner rechtlichen Kodierung. Ein einfaches Gut kann mit Hilfe weniger Attribute in ein Kapitalgut verwandelt werden: Priorität, Dauerhaftigkeit, Universalität, und Umwandelbarkeit. Priorität vermittelt einen höheren Rang gegenüber anderen Ansprüchen; Dauerhaftigkeit verleiht diesen Ansprüchen Geltung in die Zukunft; Universalität stellt sicher, dass sie gegen jedermann durchsetzbar sind; und Umwandelbarkeit erlaubt es, Gewinne zu sichern, indem das Kapitalgut in Geld umgewandelt wird. Nur weniger rechtlicher Institutionen bedarf es, um ein einfaches Gut – ein Stück Land, einen Betrieb, ein Zahlungsversprechen oder eine Erfindung – in ein Kapitalgut zu verwandeln: Eigentums- und Kreditsicherungsrechte, Gesellschaftsrecht sowie „common law trust“, Konkursrecht, und nicht zuletzt Vertragsrecht."

 

 

 

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