Der deutsche Wohnungsmarkt in Geschichte und Gegenwart: eine historisch-vergleichende Perspektive

16 Dezember 2019
17:30  - 19:00

Sebastian Kohl, Senior Researcher am Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung und zurzeit Kennedy Fellow am Center for European Studies, Harvard - in Kooperation mit dem Institut für Bank- und Finanzgeschichte e.V.

Lange Zeit fand das Wohnungsthema in Politik, Medien und Wissenschaft kaum Beachtung, bis der anhaltende Hauspreisboom die Wohnungsfrage für viele zu der neuen sozialen Frage machte. Dieser Boom trifft insbesondere auch als Boom von Mietpreisen auf deutsche Städte, die international noch immer durch ihren hohen Mieteranteil herausstechen. Der Vortrag wird zunächst historisch-vergleichend einige Ursachen dafür anführen, warum deutsche Städte bis heute Mieterstädte geblieben sind. Neben städtebaulichen und hypothekarinstitutionellen Ursachen sind insbesondere auch die Abwesenheit einer starken Eigenheimpolitik und die Mietgesetzgebung wichtige Faktoren. Im Weiteren analysiert der Vortrag den anhaltenden Immobilienboom in den deutschen Mieterstädten genauer und stellt dar, wie Haushaltsvermögen zugunsten von Eigentümerhaushalten explodierten und Wohnen zu einer neuen Dimension sozialer Ungleichheit wurde.

Sebastian Kohl's Forschungsschwerpunkte sind Wohnungs- und Versicherungsmärkte in historischer und ländervergleichender Perspektive. 2017 erschien sein Buch „Homeownership, Renting and Society: Historical and Comparative Perspectives.

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