Was bestimmt die Inflation? Stehen wir vor einer Trendwende bei der Geldentwertung?

16 February 2021
17:30  - 18:30

Prof. Dr. Michael Heise, Chefökonom, HQ Trust, und ehemaliger Chefvolkswirt der Allianz SE

 

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Seit der großen Finanzkrise vor etwa 12 Jahren haben die entwickelten Volkswirtschaften eine Phase sehr niedriger Güterpreisinflation erlebt. Trotz sehr expansiver Politikmaßnahmen und massiver Bilanzausweitungen haben es die Notenbanken nicht vermocht, ihre Inflationsziele von um die zwei Prozent zu erreichen. Als Erklärung dafür werden vor allem international wirksame Einflüsse wie die Digitalisierung und die Globalisierung mit ihrem intensiven Lohnkosten- und Preiswettbewerb ins Feld geführt. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Welt einen beispiellosen Anstieg des Arbeitsangebots durch die Integration asiatischer Schwellenländer und ehemals kommunistischer osteuropäischer Länder in die internationale Arbeitsteilung erlebt. Es stellt sich die Frage, ob diese Faktoren auch in Zukunft auf eine niedrige Inflation hinwirken werden. Daran kann man Zweifel haben. Zum einen hat die Corona-Krise die Verschuldung der Regierungen und die Bilanzausweitung der Zentralbanken auf neue Höhen getrieben. Zudem beginnt das weltweite Arbeitsangebot allmählich zurückzugehen, und die Zahl der Rentner steigt auch in China rapide an. Einer geringeren Zahl an Erwerbstätigen, die produzieren, stehen dann mehr ältere Menschen gegenüber, die ihr Renteneinkommen und Teile ihres Vermögens nutzen, um zu konsumieren. Zusammen mit einer anhaltend expansiven Politik könnte das zu höherer Inflation führen.

 

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