Die Effekte der Coronakrise kurz- und mittelfristig - schafft Deutschland die Digitalisierung?

16 March 2021
17:30  - 18:30

Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin, KfW Bankengruppe

In der Corona-Krise haben Digitalisierungsmaßnahmen eine zentrale Rolle für die akute Krisenbewältigung der Unternehmen gespielt. Der mit der Pandemie ausgelöste Schub war auch dringend notwendig, denn Deutschland liegt bei der Digitalisierung im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld. Mit zunehmender Dauer der Krise belastet Corona jedoch diese Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit. Gerade Unternehmen mit Umsatzeinbußen agieren bei der Digitalisierung zunehmend zurückhaltender, kleine Mittelständler fahren ihre Digitalisierungsaktivitäten zurück. Damit droht Corona die Kluft zwischen großen und kleinen Unternehmen weiter zu verstärken. Gleichzeitig spielt Digitalisierung eine zentrale Rolle, um die deutsche Wirtschaft für den zukünftigen Wettbewerb zu rüsten. Denn Informationstechnik gewinnt eine immer größere Bedeutung in den Herzstücken der deutschen Wirtschaft wie Kraftfahrzeugbau, Maschinenbau oder Chemie. Es wird allerdings nur dann gelingen, den Digitalisierungsschub von Corona in langfristige Wettbewerbsstärken zu wandeln, wenn auch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu zählt in Deutschland vor allem das Schaffen digitaler Kompetenzen, denn es besteht erheblicher ungedeckter Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich.

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