Beiträge zur Theorie der Finanzmärkte

Frankfurt 1993

 

 

From the preface (only available in German):

Das aus der Theorie des Capital Asset Pricing Models abgeleitete Konzept der Betafaktoren, die das Marktrisiko oder systematische Risiko der Aktie messen, ist das in den letzten Jahren am meisten behandelte Themengebiet der Kapitalmarktforschung. Betafaktoren lassen sich im Portfolio-Management, zur Performance-Messung oder zur Ermittlung von Kapitalkosten von Unternehmen anwenden. Sie werden üblicherweise über eine Zeitreihen-Regression der Aktienrenditen gegen die Marktrendite geschätzt. Neuere empirische Untersuchungen, insbesondere von Fama und French (1992), ziehen jedoch die Brauchbarkeit des Betafaktors und damit auch die Gültigkeit des CAPM in Zweifel, womit eine erneute Diskussion um die praktische Bedeutung des Betafaktors entfacht wurde. Die Analyse und Prognose des systematischen Risikos deutscher Aktien ist auch ein Teilgebiet des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragenen Schwerpunktprogramms "Empirische Kapitalmarktforschung". Als Beitrag zum Forschungsprojekt "Systematisches Aktienkursrisikos und fundamentale Unternehmensdaten" wurde am Lehrstuhl für Kreditwirtschaft und Finanzierung der J.W. Goethe-Universität Frankfurt eine Diplomarbeit angefertigt, die den Erklärungsgehalt fundamentaler Unternehmenskennzahlen für das systematische Risiko deutscher Aktien untersuchen sollte. Ein möglicherweise vorhandener Zusammenhang könnte der Erklärung der häufig beobachteten Instabilität der historischen Beta-Werte und der Verbesserung der Prognose des Marktrisikos dienen. Der vorliegende Beitrag stellt die überarbeitete Fassung der Diplomarbeit von Herrn Michael Pfennig zu diesem Thema dar. Der Autor setzt sich kritisch mit vorangehenden Arbeiten auseinander und greift insbesondere die Problematik auf, dass die Schätzung der Betafaktoren aus historischen Kurszeitreihen im erheblichen Maße von dem verwendeten Rendite-Intervall beeinflusst wird(Intervalling-Effekt). In der umfangreichen empirischen Untersuchung werden jedoch signifikante Zusammenhänge zwischen den Betafaktoren und einigen Kennzahlen, insbesondere der Unternehmensgröße, nachgewiesen, die in ihrer Wirkungsrichtung gerade nicht den theoretischen Überlegungen entsprechen. Herr Pfennig kommt in einer weitgehenden Analyse zu dem Schluss, dass die Ergebnisse durch die fehlende Marktgängigkeit eigener Aktien sowie durch Scheinkorrelationen verursacht werden. Im Gegensatz zu den Ergebnissen bisheriger Arbeiten auf dem deutschen Markt, die ohne Ausnahme die Existenz eine Fundamentalzusammenhangs bestätigen konnten, deutet diese Untersuchung darauf hin, dass der historische Betafaktor nicht mit Hilfe von Bilanzinformationen erklärt werden kann. Die gefundenen Ergebnisse lassen weiterhin vermuten, dass wie auf dem amerikanischen Markt auch für deutsche Aktien kein Zusammenhang zwischen der Aktienrendite und dem Betafaktor besteht.

 

A copy of this brochure can be obtained at the Center for Financial Studies.